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Unsere Pfarrei

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© Uli Nowak

Franziskus und Klara – Patron und Patronin unserer Pfarrei

Schon vor der Wahl von Papst Franziskus, hatte der Pastoralausschuss darum gebeten, die neu zu errichtende Pfarrei nach zwei bedeutenden Heiligen aus dem 13. Jahrhundert zu benennen.
Entscheidend für diesen Wunsch war, dass Franziskus (* 1181/1182,  + 03.10.1226) und Klara (* 1193,  + 11.08.1253) sowohl durch ihre Spiritualität als auch durch ihr Wirken zu Lebzeiten und darüber hinaus, Zeichen für gelungene Christusnachfolge gesetzt haben.

Geboren in wohlhabenden Elternhäusern, aufgewachsen in Assisi, einer nicht ganz unbedeutenden Bischofsstadt Umbriens, fanden beide den Weg zu einer sehr engen Gottesbeziehung, die aus einer großen Liebe zum Evangelium gespeist wurde.

Mit Franziskus verbinden wir seine Umkehr aus einem prächtigen, oftmals auch ausschweifenden Leben hin zu einem Leben in absoluter Einfachheit und  Armut. Die Erfahrung von Gefangenschaft und Leid in den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Peruggia und Assisi, die Begegnung mit einem Leprakranken, der göttliche Ruf „Baue meine Kirche auf“ und schließlich der Bruch mit seinem Vater führten Franziskus in das Leben eines Wanderpredigers, der aber immer wieder auch die Stille und die Einsamkeit zum Gebet suchte. Schnell schlossen sich ihm Gefährten an, mit denen er schon sehr früh über ihre Heimat hinaus die frohe Botschaft verkündete. Wichtig war ihm, dass in der gelebten Christusnachfolge Wort und Tat übereinstimmten.

Heute steht Franziskus für eine sehr intensive Gottesbeziehung (die sich bei ihm mit der Stigmatisierung eindrucksvoll zeigte), gleichzeitig aber auch für eine Nähe zu den Menschen am Rande der Gesellschaft und seine Liebe zur Natur.

Klara, ebenfalls in einem behüteten Elternhaus groß geworden und einige Jahre jünger als Franziskus, schätzte diesen ganz sicherlich aufgrund seiner Predigten und bewusst gewählten sehr einfachen und bescheidenen Lebensform. In der Nacht nach der Liturgie zur Feier des Palmsonntags schlich sie sich aus ihrem Elternhaus und wurde von Franziskus und seinen Brüdern zunächst in die kleine Portiuncula-Kirche unterhalb von Assisi gebracht. Schon kurz nach ihrer Flucht schlossen sich ihr weitere Frauen an (unter anderem eine ihrer Schwestern) und fanden in San Damiano eine Unterkunft für ihren ersten Konvent.

Klara und ihre Ordensschwestern lebten in einer sehr innigen Christusbeziehung, durften aber auf Anordnung des Bischofs, der sich um die Sicherheit der Frauen sorgte, nicht mehr ihr Kloster verlassen. Sie rang mit Bischof und Papst um eine eigene sehr strenge Ordensregel, die ihr aufgrund ihrer großen Beharrlichkeit zwei Tage vor ihrem Tod überreicht werden konnte. Darin fand der von ihr gewählte Weg der strengen franziskanischen Armut die von ihr so sehr gewünschte Bestätigung.

Die überragende Bedeutung der Beiden zu ihrer Zeit fand ihren Ausdruck in der schon kurz nach ihrem Tod stattfindenden Heiligsprechung.

Franziskus und Klara dürfen für unsere Gemeinde Vorbild im Glauben und Handeln sein. Es wäre schön, wenn wir als  Gemeinde die Freude des Evangeliums ausstrahlen und so Menschen für die Nachfolge Christus gewinnen könnten.

Nachfolgend noch zwei Textbausteine, die einen Blick auf das Leben der Heiligen werfen.

Klara forderte von den Bischöfen und den Päpsten das „Privileg der Armut“, also die höchste kirchliche Erlaubnis für das Vorrecht, niemals ein Privileg annehmen zu müssen. Nur so sieht sie für sich und ihre Gemeinschaft die Möglichkeit, tatsächlich radikal die Nachfolge Christi leben zu können.
Nachfolgend ein Auszug aus dem zweiten Brief an Agnes von Böhmen (2 Agn 11-18):
„Was du tust, das tue weiter, lass nicht ab...

Glaube dabei nichts und willige in nichts ein, was dich von dieser Lebensweise abbringen will und was dir ein Stein auf diesem Weg werden könnte...

Um aber auf dem Weg, den der Herr selber weist, umso sicherer auszuschreiten, befolge den Rat unseres ehrwürdigen Vater Bruder Elia, des Generalministers.
Seinen Rat ziehe den Ratschläge anderer vor und halte ihn für wertvoller als jedes Geschenk. Sollte dir jemand etwas anderes sagen, etwas anderes einreden wollen, was deiner evangelischen Nachfolge hinderlich wäre, so folge seinem Rat nicht, selbst wenn du die Person ehren sollst.
Den armen Christus umarme vielmehr, arme Jungfrau.“

Der bekannteste Text von Franziskus ist sicherlich der „Sonnengesang“, der in seinen Grundzügen im Winter 1224/1225 entstand, als Franziskus krank in San Damiano lat. Der Sonnengesang ist ein Loblied, eine Hymne auf die wunderbare Schöpfung durch Gott, gleichzeitig aber auch eine Aufforderung zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit dieser uns anvertrauten Schöpfung und mit dem eigenen Leben, zu dem auch Sterben und Tod gehören.

Der Sonnengesang

Höchster, allmächtiger, guter Herr,
dein sind das Lob, die Herrlichkeit und Ehre und jeglicher Segen.
Dir allein, Höchster, gebühren sie,
und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.

Gelobt seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen,
zumal dem Herrn Bruder Sonne,
welcher der Tag ist und durch den du uns leuchtest.
Und schön ist er und strahlend mit großem Glanz:
Von dir, Höchster, ein Sinnbild.

Gelobt seist du, mein Herr, durch Schwester Mond und die Sterne;
am Himmel hast du sie gebildet, klar und kostbar und schön.

Gelobt seist du, mein Herr, durch Bruder Wind und durch Luft und Wolken
und heiteres und jegliches Wetter, durch das du deinen Geschöpfen Unterhalt gibst.

Gelobt seist du, mein Herr, durch Schwester Wasser,
gar nützlich ist es und demütig und kostbar und keusch.

Gelobt seist du, mein Herr, durch Bruder Feuer,
durch das du die Nacht erleuchtest;
und schön ist es und fröhlich und kraftvoll und stark.

Gelobt seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, Mutter Erde,
die uns erhält und lenkt
und vielfältige Früchte hervorbringt und bunte Blumen und Kräuter.

Gelobt seist du, mein Herr, durch jene,
die verzeihen um deiner Liebe willen und Krankheit ertragen und Drangsal.
Selig jene, die solches ertragen in Frieden,
denn von dir, Höchster, werden sie gekrönt.

Gelobt seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, den leiblichen Tod;
ihm kann kein Mensch lebend entrinnen.
Wehe jenen, die in tödlicher Sünde sterben.
Selig jene, die er findet in deinem heiligsten Willen,
denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun.

Lobt und preist meinen Herrn
und dankt ihm und dient ihm mit großer Demut.

Die personelle Situation bei den Priestern, Diakonen und Hauptamtlich Pastoralen Mitarbeiter/innen und die negative Mitgliederentwicklung trifft seit einigen Jahren auch unser relativ kleines Bistum und macht ein Umsteuern durch Bischof und Bistumsleitung notwendig.

Die Zusammenlegung der Pastoralen Räume Neu-Anspach und Usingen zum „Pastoralen Raum Usinger Land“ (1.9.2005) wurde ebenso verfügt, wie die später erfolgte Zuordnung der vier Schmittener Kirchengemeinden zum Usinger Land (1.1.2012). Anschließend sollte in einem überschaubaren Zeitraum eine „Pfarrei neuen Typs“ (aus miteinander vernetzten Kirchorten und Gruppierungen) entstehen: mit einer Pfarrkirche, Zentralem Pfarrbüro und Sitz des Pfarrers, mit nur noch einem Pfarrgemeinderat und Verwaltungsrat.

Bereits in der konstituierenden Sitzung des um die Vertreter der Schmittener Gemeinden erweiterten Pastoralausschusses (21.2.2012) wurde man sich – auf Vorschlag des Priesterlichen Leiters – einig, nicht erst die Zusammenarbeit im vergrößerten Pastoralen Raum aufzubauen, sondern gleich die neue Pfarrei anzustreben, mit dem realistisch scheinenden Ziel: 1.1.2014.

Bei einer Auftaktveranstaltung zum Pfarreiwerdungsprozess (19.5.2012) zu der alle interessierten Menschen aus den nunmehr 11 Kirchengemeinden nach Neu-Anspach eingeladen waren, bildeten sich am selben Tag aus den etwa 70 anwesenden Gemeindemitgliedern je nach Interessenlage 10 Projektgruppen (Liturgie/Gottesdienst, Sakramentenpastoral, Kindertagesstätten, Jugendarbeit/Schule; Eine-Welt-Arbeit, Öffentlichkeitsarbeit, Caritas, Missionarische Entwicklung/Experimente, Erwachsenenbildung/Glaubensweitergabe, Verwaltung/Finanzen), die noch durch weitere Interessierte ergänzt werden konnten. Auf ausdrücklichen Wunsch aus den Pfarreien gesellte sich dann noch die Projektgruppe „Familienpastoral“ dazu, während die Projektgruppe „Synodal“ nachberufen werden musste, um auch die Fragen der künftigen synodalen Gremien im Blick zu behalten. In unterschiedlich häufigen Treffen ging es darum, eine gemeinsame, in allen Gemeinden auch konsensfähige „Gründungsvereinbarung“ zusammenzutragen, die dann auch von der Bischöflichen Behörde noch die kirchen- und synodalrechtliche Zustimmung erfahren sollte.

Als Hürde erwies sich unterwegs die Frage des Namens der neuen Pfarrgemeinde. Das Kirchenrecht sieht vor, dass der Name der Pfarrkirche den Namen der Pfarrei bestimmt. Früh war klar, dass wegen der ziemlich zentralen Lage und vom barrierefreien Zugang zu Kirche und Pfarrbüro her, Neu-Anspach der Sitz der neuen Gemeinde sein sollte. Dann hätte es freilich im Bezirk Hochtaunus am Ende des Pfarreiwerdungsprozesses von insgesamt vier Pfarreien, gleich drei mit dem Namen „St. Marien“ gegeben. Schon 2010 hatte es Vorschläge für einen neuen, von keiner Gemeinde besetzten Namen gegeben, um die Integrationsbereitschaft in die neue Pfarrei und auch eine neue inhaltliche Schwerpunktfindung zu fördern. Verschiedene Vorschläge wurden nun neu aus den Kirchengemeinden zusammengetragen, aus denen „St. Franziskus und Klara“ die Mehrheit im Pastoralausschuss fand und am Tag vor der Papstwahl (13.3.2013) beim Bischof erbeten wurde. Trotz mancher Bedenken und mit der Auflage, noch die regionale Zuordnung „Usinger Land“ anzufügen, gab es schließlich die bischöfliche Zustimmung zum neuen Namen „St. Franziskus und Klara – Usinger Land“.

Mit kleinen Nachbesserungen wurde die eingereichte „Vereinbarung zur bischöflichen Entscheidung über die Neuordnung der Katholischen Pfarreien des bisherigen Pastoralen Raumes Usinger Land/Schmitten“  („Gründungsvereinbarung“) von der Bischöflichen Behörde in Limburg genehmigt, noch bevor Bischof Dr. Tebartz-van Elst seine, von Papst Franziskus vorgeschlagene, Auszeit antrat.
Mit einer Bustour zu den elf Kirchen der zukünftigen Pfarrei wurde versucht, wenigstens einigen Gemeindemitgliedern die jeweils anderen Kirchen nahezubringen und zum späteren Besuch einzuladen (27.4.2013).  Würde aber die Pfarrei ohne einen Bischof zum 1.1.2014 überhaupt errichtet werden können?  Würde eine entsprechende Vollmacht aus Rom für den Generalvikar rechtzeitig vorliegen?
Wenige Tage vor Weihnachten gab es dann doch noch die Genehmigung zur Gründung der „Pfarrei neuen Typs“, verbunden mit der Auflösung der früher selbständigen Kirchengemeinden und der Einsetzung des früheren Pfarrers nur als Pfarr- und Vermögensverwalter.

Der amtierende Generalvikar, Wolfgang Rösch, feierte den schön gestalteten Gründungsgottesdienst (8.2.2014) in der zukünftigen Pfarrkirche St. Marien (in Erde, aus den einzelnen Kirchengemeinden mitgebracht, wurde von Vertretern der Kirchorte Blumenzwiebeln in ein gemeinsames Gefäß gepflanzt, „Franziskus“ und „Klara“ schickten uns mit einem Sprechspiel auf den gemeinsamen Weg, die Kirchenchöre gestalteten die Feier mit) und überreichte die Gründungsurkunde.

Noch warten wir auf den wohl in diesem Frühjahr (2015) endlich beginnenden Umbau des Zentralen Pfarrbüros und der Büroräume für die Pastoralen Mitarbeiter/innen. Wir sind dankbar, dass wir vom Rentamt mit einem „Navigator“ in den Verwaltungsaufgaben begleitet werden, und dass nette Sekretärinnen auch unter noch erschwerten Bedingungen als ‚Zentrales Pfarrbüro’ gut zusammenarbeiten und weiter in den Kirchorten noch ihren Dienst tun.

Die Ortsausschüsse arbeiten meist sehr lebendig und ideenreich, und an manchen Kirchorten haben sich mit den „Kleinen Christlichen Gemeinden“ (KCG), dem „Glaubensgesprächskreis“  und anderen Initiativen Menschen zusammengefunden, die noch weiter im Glauben wachsen und ihn miteinander teilen und durch ihr Tun bezeugen wollen.

Schön wäre es, wenn auch die gemeinsamen Gottesdienste an der Marienkapelle bei Kransberg (Sonntag vor dem 15. August) und das neue „Pfarreifest“ am Pfingstmontag, wenn die jährliche Fußwallfahrt in Etappen durch die Pfarrei und gegenseitige Besuche bei Gottesdiensten, Konzerten und Veranstaltungen und viele andere Initiativen mehr, helfen, der neuen Pfarrgemeinde – trotz der 11 Kirchorte in 5 Kommunen und auf 232qkm Fläche – ein einladendes Gesicht zu geben – und Sie sind herzlich eingeladen, dabei mitzutun!    

"Miteinander unterwegs – Gemeinschaft stärken!"

Unser christlicher Auftrag und unsere biblische Orientierung

Als katholische Kirche im Usinger Land orientieren wir uns in unserem Handeln an dem Auftrag, der allen Christen gemeinsam ist: die froh machende und menschenfreundliche Botschaft von Jesu Leben, Tod und Auferstehung in der Liturgie zu feiern (Liturgia), durch tätige Caritas glaubwürdig zu leben (Diakonia) und in der Weitergabe des Glaubens zu bezeugen und weiterzugeben (Martyria). So sind wir Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden (Koinonia).

Die biblische Geschichte der Begegnung der Jünger mit dem auferstandenen Christus (Emmaus-Geschichte, Lk 24,13-35) inspiriert uns, unsere Lebenssituation im Licht des Evangeliums zu deuten: Wir glauben, dass Christus uns auch heute auf unseren Wegen im Alltag begegnet, unsere Freude und unsere Sorgen teilt und sich uns in besonderer Weise in der Feier der Eucharistie und in der Begegnung mit unseren notleidenden Brüdern und Schwestern zu erkennen gibt.

Unsere Pastorale Situation im Usinger Land

Etwa 12.000 Katholiken leben in den elf Kirchorten  der Pfarrgemeinde „St. Franziskus und Klara - Usinger Land“ die regional in den Lebens- und Arbeitsraum Rhein-Main und den Hochtaunuskreis    eingebunden sind.        

Die Fluktuation in den Kommunen ist hoch. Viele junge Familien mit Kindern leben in unseren Gemeinden; gleichzeitig vollzieht sich ein Altern der Kommunen, das dem gesamtdeutschen Trend entspricht. In unseren Gemeinden leben Menschen unterschiedlicher Generationen und Milieus, die hier seit Generationen ihre angestammte Heimat haben oder durch Krieg und Vertreibung im Usinger Land angesiedelt wurden. Aber auch viele Menschen, die erst in den zurückliegenden Jahren hierher gezogen sind oder aus beruflichen Gründen nur für eine bestimmte Zeit hier bei uns wohnen, gehören zu unseren Gemeindemitgliedern.

Zur Zeit arbeiten vier Priester, ein Diakon im Hauptberuf, ein Diakon mit Zivilberuf und sieben pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Pastoralteam Usinger Land. Priesterlicher Leiter des Pastoralen Raums ist Pfr. Paul Lawatsch. Gleichzeitig engagieren sich viele Ehrenamtliche in unseren Gemeinden und in den synodalen Gremien (Pfarrgemeinderat, Verwaltungsrat ) oder im Ortsausschuss. Sie übernehmen Verantwortung, damit unser Gemeindeleben zu einem Raum der Begegnung wird und es nicht beim „Wort zum Sonntag“ bleibt.

Das Pastoralkonzept

Seit 2006 arbeiteten der Pastoralausschuss (die ehrenamtlichen Vertreter/-innen der Pfarrgemeinderäte) und das Pastoralteam im Usinger Land (die hauptamtlichen Priester, Diakone und pastoralen Mitarbeiter/-innen) an einem Pastoralkonzept für das Usinger Land. Im Mittelpunkt der Beratungen standen die im „Seelsorgestatut“ des Bistums Limburg (2006) genannten pastoralen Arbeitsfelder. Hauptamtliche und Ehrenamtliche haben dabei dokumentiert, was sich bisher als kirchliches Handeln im Usinger Land bewährt hat. Sie haben sich mit der aktuellen kirchlichen Situation und mit den Herausforderungen und Chancen für die Zukunft der Kirche im Usinger Land beschäftigt.

Ziele und Projekte wurden erarbeitet, die dem pastoralen Handeln im Pastoralen Raum als Orientierung dienen sollten. Als Ergebnis wurden die folgenden pastoralen Ziele verabredet und gelten auch nach der Erweiterung des Pastoralen Raumes durch die vier Schmittener Kirchengemeinden (1.1.2012) und nach der Errichtung der „Pfarrei neuen Typs“ (1.1.2014) weiter:

1. Liturgie / Gottesdienstordnung

Unser Ziel ist es - im weitläufig-ländlichen Raum des Usinger Landes - Nähe und Begegnung in den Gemeinden vor Ort zu bewahren, soweit uns dies möglich ist: Jeder Kirchort im Usinger Land feiert (bei aktuell vier zur Verfügung stehenden Priestern) eine sonntägliche Eucharistiefeier:

Vorabendmesse: 17.00 in Niederreifenberg, 18 Uhr in Pfaffenwiesbach und Wernborn und 18.30 in Schmitten; Sonntagsmesse: 9.00 in Seelenberg, 9:30 Uhr in Grävenwiesbach und Wehrheim, 10.30 in Oberreifenberg, 11 Uhr in Neu-Anspach und Usingen sowie 18 Uhr in Kransberg.

Wenn nur noch zwei Priester zur Verfügung stehen, soll in den  größten Gemeinden (Neu-Anspach und Usingen) regelmäßig am Sonntag  um 11 Uhr die Eucharistie gefeiert werden; die anderen fünf Kirchengemeinden  feiern dann reihum am Sonntag einen Wortgottesdienst, so dass in jeder dieser Gemeinden alle fünf Wochen keine Eucharistiefeier stattfindet. Die bisherige Regelung von jeweils einem Werktagsgottesdienst in den Kirchorten der Pfarrgemeinde (in der Regel als Eucharistiefeier) kann auch bei nur noch zwei verfügbaren Priestern beibehalten werden.

Weiterhin ist es unser Ziel, eine Spiritualität der Gemeinschaft in der Pfarrgemeinde zu entwickeln: durch den jährlichen gemeinsamen Gottesdienst an der Marienkapelle in Kransberg (am Sonntag vor dem Fest der Aufnahme Marias in den Himmel / 15. August), die Hirtenmesse in der Marienkapelle am 2. Weihnachtstag, die Fußwallfahrt Stück für Stück durch die Pfarrgemeinde, die gemeinsame Gestaltung der liturgischen Feiern über Symbole zur Verdeutlichung der Lesungstexte in den geprägten Zeiten (Fastenzeit/Advent), sowie die Teilnahme am Misereor-Soligang des Bezirks Hochtaunus.

Die thematischen Gottesdienste im Jahreskreis (Misereor-Sonntag, Caritas-Sonntag, Missio-Sonntag) entwickeln wir als liturgische Orte, in denen der Gesellschaftsbezug von caritativem und weltkirchlichem Handeln in allen Gemeinden seinen Ausdruck findet.

2. Katechese

Kinder werden im Usinger Land in der Regel am Beginn des 3.Grundschuljahres zur Vorbereitung auf die Erstkommunion eingeladen und von elterlichen Katecheten/innen auf die Begegnung mit dem barmherzigen Gott (Beichte) und dem Brot des Lebens (Eucharistie) vorbereitet. Gemeindereferentinnen begleiten dabei die Katecheten/innen und Kinder und laden zu begleitenden Aktionen ein.

Für das in jedem Jahr gefeierte Sakrament der Firmung werden in der Regel Jugendliche eingeladen, die zum Zeitpunkt der Firmspendung das 16. Lebensjahr vollendet haben. Auch sie werden von jugendlichen und erwachsenen Firmkate-cheten/innen auf das „Sakrament der Mündigkeit“ vorbereitet und eingeladen, in der Kraft der empfangenen Geistesgaben ihre jeweilige Gemeinde mit zu gestalten bzw. Aufgaben in der Pfarrgemeinde zu übernehmen. Pastorale Mitarbeiter/innen begleiten die Firmkatecheten/innen und die Firmbewerber, und laden zu begleitenden Aktionen ein; auch die vorherige Begegnung mit dem jeweiligen Firmspender ist dabei vorgesehen.

Unser Ziel ist es, diese Katechese-Konzepte – orientiert an der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen, aber auch an unseren knapper werdenden Kräften an ehrenamtlichen Katecheten und pastoralen Mitarbeitern – in der Pfarrgemeinde aktuell  weiterzuentwickeln.

3. Glaubensweitergabe/Erwachsenenbildung/Missionarische Initiativen

Missionarische Initiativen werden bereits praktiziert: im Projekt der Besuche von Familien mit Neugeborenen, bei der Begrüßung von Neuzugezogenen, bei Glaubenskurs oder Glaubensgesprächskreis, in den Angeboten der Katholischen Erwachsenenbildung an den einzelnen Kirchorten (für das Jahr 2009 wurde der Themenschwerpunkt „Paulus-Jahr“ verabredet, im Jahr 2014 „Frauenbild in den Weltreligionen“).

Unser Ziel ist es, ein missionarisches Angebot der Glaubensweitergabe für Eltern mit kleinen Kindern zu entwickeln: Es soll die vorhandenen Anknüpfungspunkte über Neugeborenenbegrüßung, Taufe, Eltern-Kind-Gruppe, Familienkreise, Kindergärten usw. nutzen und in Verbindung miteinander bringen.

Für die spezielle Zielgruppe von jungen Ehepaaren und jungen Singles (17 – 30 Jahre) wäre es wichtig ein missionarisches Angebot der Glaubensweitergabe zu entwickeln.

4. Zusammenarbeit mit den Schulen

Ein erstes Treffen der im Pastoralen Raum tätigen Religionslehrer/innen mit dem Pastoralteam (Projekt „Schule und Gemeinde“) zeigte deutlich die gemeinsame Erfahrung, dass kirchliches Leben in den Familien in der Regel nicht mehr sehr stark gelebt wird und viele Schüler/innen kaum Kontakt zur jeweiligen Kirchengemeinde haben. So sind gerade hier an den Schulen im Usinger Land die jungen Gemeindemitglieder anzutreffen, die unsere „normalen“ Angebote kaum noch erreichen. Der „Schulanfangsgottesdienst“ für Kinder der 1. Klasse scheint hier weiterhin eine gute Verknüpfungsmöglichkeit zwischen Schule und Kirche zu bieten; auch ein Gottesdienst zum Abschluss einer Schulstufe (z.B. zum Ende der 4. Klasse) oder am Ende des jeweiligen Schuljahres wird als hilfreich angesehen.

An der großen Adolf-Reichwein-Schule in Neu-Anspach ist eine Pastoralreferentin als Religionslehrerin und Schulseelsorgerin eingesetzt, deren 25%-Stellendeputat aus dem Stellenplan der früheren Kirchengemeinde St. Marien, Neu-Anspach stammt, um damit einen Schwerpunkt zu setzen.

Sie arbeitet in guter Kooperation mit der evangelischen Schulpfarrerin an einem Konzept für Schulseelsorge unter den Bedingungen der heutigen Zeit.

Unser Ziel ist es, in gewisser Regelmäßigkeit  die Religionslehrer/innen, die im Bereich des Pastoralen Raumes Usinger Land eingesetzt sind, zu einem Treffen mit dem Pastoralteam einzuladen. Neben einem meditativ-spirituellen Einstieg und anschließendem Erfahrungsaustausch sollen diese Treffen auch jeweils einen thematischen Schwerpunkt haben. Wir beobachten die Entwicklung zur Ganztagsschule im Usinger Land und prüfen, wo wir mit eigenen Projekten als Kirche im Schulalltag präsent sein können (Projektwoche, Klassengemeinschaftsseminare). Dabei streben wir eine enge Zusammenarbeit mit dem Amt für katholische Religionspädagogik Taunus und der Katholischen Fachstelle für Jugendarbeit im Taunus (hier besonders für den Bereich der „schulnahen Jugendarbeit“) an.

5. Zusammenarbeit im Bereich Caritas und Weltkirche

Für den Bereich Weltkirche gab es bisher keine enge Kooperation auf der Ebene der Pfarrgemeinde. Gleichwohl pflegen einzelne Kirchorte unterschiedlich intensive Partnerschaften mit Gruppierungen und Kirchengemeinden im südlichen Teil unserer Erdkugel. Die „Eine-Welt-Läden“ in drei Kirchorten bieten fair gehandelte Waren an und laden zu Aktionen ein, und die Pfarrei ist eingeladen an einem Erkundungsprojekt „Weltkirche in der Pfarrei neuen Typs“ mitzuarbeiten.

Die Arbeit der Caritas in der Gemeinde ist für uns - neben Liturgie und Verkündigung - ein zentraler, noch an Bedeutung gewinnender Grundvollzug von Kirche. Neben der in nahezu allen Kirchengemeinden bestehenden Notwendigkeit, neue Mitarbeiter/innen für die ehrenamtliche Caritasarbeit zu gewinnen, und das Profil der „Caritas in den Gemeinden“ zu aktualisieren und klarer zu umschreiben, ergibt sich aus der uns vorliegenden Sozialraumanalyse des Caritasverbandes für den Bezirk Hochtaunus e.V. ein schwerpunktmäßiges Augenmerk für Menschen in sozialen Notlagen.
Unser Handeln zeigt sich dabei einerseits als konkrete Hilfe im Alltag für ältere Menschen (Seniorenkreis, monatliches Essen „Gemeinsam- nicht einsam“), andererseits aber auch für Kinder und Familien in schwierigen sozialen Situationen, und in den zurückliegenden Monaten stand besonders der Aufbau einer „Willkommenskultur für Flüchtlinge“ (konkrete Hilfe bei Behördengängen oder Deutschunterricht) im Blickfeld.

Zugleich stellen wir fest, dass die vielfältigen Aufgaben, die schon jetzt von der Caritas in der Gemeinde (je nach Ort unterschiedlich) wahrgenommen werden, oftmals selbst in der eigenen Gemeinde kaum bekannt sind.

Unser Ziel ist die flächenmäßige Einrichtung eines „Wohnviertelapostolats“ im Pastoralen Raum.
Bei der Konzeptentwicklung soll auf die Hilfe des Bezirkscaritasverbandes (Gemeindecaritas) zurückgegriffen werden.

Aufgabe eines ehrenamtlichen Mitarbeiters/einer Mitarbeiterin im Projekt „Wohnviertelapostolat“ soll es sein, Kontakt zu den Menschen in einem klar umgrenzten Gebiet zu halten. Er/Sie soll ansprechbar zu sein für die Nöte der Einzelnen und kann die Verbindung zu den Seelsorger/innen herstellen. Um dies leisten zu können, sollte die Kontaktperson möglichst allen Menschen im Viertel bekannt ist. Weitere Aufgaben sollen von Gemeinde zu Gemeinde geregelt werden (Geburtstags-, Neuzugezogenenbesuche u.a.). Der bereits gesetzte Schwerpunkt der Unterstützung benachteiligter Familien zum Schuleinstieg/ Schulwechsel/ Schuljahrsbeginn soll fortgeführt werden.

Sehr gut angenommen ist auch der vom Bezirkscaritasverband Hochtaunus eröffnete „Kleiderladen“ im ehemaligen Bürgerbüro der Stadt Neu-Anspach (mit angegliederter Beratungsstelle), in dem auch viele Gemeindemitglieder ehrenamtlich mitarbeiten.

6. Zusammenarbeit im Bereich der Kindertagesstätten

In  der neuen Pfarrei gibt es nun vier Kindergärten in katholischer Trägerschaft, die von einer Gemeindereferentin begleitet werden. Neben gemeinsamen Austauschtreffen der Kita-Leitungen und der Trägervertreter/innen (in Abständen auch mit der Kommune) werden biblische Projekte miteinander angestoßen und verwirklicht, und jede Kita gestaltet ein bis zwei Gemeindegottesdienste am jeweiligen Kirchort mit.

7. Querschnittsbereich „Öffentlichkeitsarbeit“

Hier sind in den letzten Jahren durch Ehrenamtliche viele Projekte umgesetzt worden, die die gesamten Pfarrei mit ihren elf Kirchorten in den Blick nehmen: eine gemeinsame Broschüre „Katholisch im Usinger Land – wir laden Sie ein!“ als Visitenkarte aller Kirchorte des Usinger Landes (damals noch ohne die Schmittener gemeinden), unser gemeinsames Logo, das neue Pfarrsiegel und unser gemeinsamer Internetauftritt www.franziskus-klara.de.

Unser Ziel ist die Entwicklung und Einführung einer funktionsfähigen Kommunikationsstruktur im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit auf der Ebene der Pfarrgemeinde.

Darüber hinaus wäre zu prüfen, inwieweit das bereits angedachte Teilprojekt „Gemeinsamer Rundbrief im Pastoralen Raum“ (Herausgabe zweimal im Jahr, ergänzt durch wöchentliche oder 14tägige Pfarrnachrichten) nach Beendigung der vorrangig strukturellen Fragen in einem einjährigen Probelauf erprobt werden kann.

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