01.02.2026

Masken

Der Miteinander-Impuls von Beate Görg-Reifenberg für den Monat Februar

Liebe Gemeinde,

der Februar hat dieses Jahr zwei Gesichter: Da ist Fastnacht die Zeit des Lachens, der Verkleidung und der Ausgelassenheit. Für ein paar Tage darf die Welt auf dem Kopf stehen. Wir schlüpfen in andere Rollen, tragen Masken, zeigen uns bunt und unbeschwert. Das Leben ist mehr als Pflicht, Sorgen und Termine.

Doch Masken gehören nicht nur zur Fastnacht. Auch im Alltag tragen wir sie: die Maske der Stärke, wenn wir uns eigentlich schwach fühlen; die Maske der Fröhlichkeit, obwohl uns etwas belastet und wir uns gar nicht gut fühlen... Auch Ihnen fallen  sicherlich Beispiele ein.

Am 18. Februar, dem Aschermittwoch, beginnt dann die Fastenzeit – eine Zeit des Innehaltens. Vor Gott dürfen wir unsere Masken ablegen. Bei ihm müssen wir nichts vorgaukeln, er kennt uns und nimmt uns an, wie wir sind – mit unseren Sehnsüchten, Fragen und Brüchen.

Fasten bedeutet mehr als Verzicht auf Essen, Süßigkeiten oder Gewohnheiten. Fasten heißt,  bewusst Platz zu schaffen:

  • für Stille in einer lauten Welt;
  • für Gebet in einem vollen Alltag;
  • für Mitgefühl, wo wir sonst schnell urteilen.

Der Weg der Fastenzeit führt uns Schritt für Schritt Ostern entgegen – von der Oberfläche in die Tiefe – und sinnbildlich in der Feier der Osternacht vom Dunkel ins Licht. Es geht nicht um Leistung oder Perfektion. Gott geht diesen Weg mit uns. Er begleitet jeden Schritt und führt uns in sein Licht.

Möge diese Fastenzeit eine  gesegnete Zeit sein:

  • eine Zeit des ehrlichen Hinschauens,
  • eine Zeit der leisen Veränderung,
  • eine Zeit, in der wir neu entdecken, dass Gott uns ohne Maske liebt.

In diesem Sinne: Helau und einen guten Start in die Fastenzeit.

 

Beate Görg-Reifenberg

 

Zum Anfang der Seite springen